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Development Brüssel, 16. März 2010

Handelspolitik gegenüber Entwicklungsländern – Kommission befragt Interessenträger

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EU-Handelskommissar Karel De Gucht eröffnete eine Konferenz über die Handelspolitik der Europäischen Union gegenüber Entwicklungsländern. Dabei soll erörtert werden, wie man die Wirksamkeit des Allgemeinen Präferenzsystems (APS) der EU bei der Entwicklungsförderung sichert, wie sich regionale Handelsabkommen mit Entwicklungsländern optimal nutzen lassen und wie nachhaltige Entwicklung unterstützt werden kann. Bei dieser Gelegenheit kündigte Kommissar De Gucht eine öffentliche Konsultation an, mit der ein Beitrag zur anstehenden Überarbeitung des APS geleistet werden soll.

„In Fragen der Handelspolitik gegenüber Entwicklungsländern muss die EU den jüngsten Veränderungen im globalen Wirtschaftsumfeld Rechnung tragen. Die Schwellenländer spielen nämlich in diesem Zusammenhang eine immer größere Rolle. Für weniger leistungsfähige Entwicklungsländer ist es aber immer noch schwierig, ihr Handelspotenzial voll auszuschöpfen. Langfristig betrachtet sollte der Handel jedoch dazu beitragen, dass alle Bewohner dieser Erde besser dastehen. Wir haben fünf Jahre, um unsere guten Absichten in die Tat umzusetzen“, erklärte Kommissar De Gucht.

Da die Entwicklungsländer nicht im selben Tempo Fortschritte beim Welthandel machen, wurden zu dieser Konferenz Interessenträger aus den verschiedensten Bereichen eingeladen. Dies soll eine möglichst breite Diskussion gewährleisten. An der Veranstaltung nehmen Vertreter der spanischen Präsidentschaft und des Europäischen Parlaments ebenso teil wie Entwicklungsforscher und Wirtschaftswissenschaftler, aber auch Handelsexperten, Entwicklungshelfer sowie andere Vertreter der Zivilgesellschaft.

Die Ergebnisse der Debatte sollen in die Überlegungen über die künftige Ausrichtung der EU-Handelspolitik und ihren Beitrag zur Entwicklung einfließen.

Einen weiteren Schwerpunkt der Konferenz bildet die öffentliche Konsultation, die zur Überprüfung des allgemeinen Präferenzsystems der EU eingeleitet werden soll. Im Rahmen des APS gewährt die EU den Entwicklungsländern Zollpräferenzen. Die Ergebnisse dieser Konsultation sollen in einen Vorschlag für eine überarbeitete APS Verordnung einfließen, den die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat vorlegen wird. Alle Betroffenen sind aufgerufen, sich an der Konsultation zu beteiligen, die in den nächsten Tagen über die Website der Generaldirektion Handel eröffnet wird.

Hintergrund

Zwar ist der Handel keine Garantie für Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern, doch deutet einiges darauf hin, dass Handel und Offenheit gegenüber der globalen Wirtschaft in allen Ländern eine wichtige Rolle für Beschäftigung und Wohlstand spielen.

Wenn Handel zu Entwicklung führen soll, müssen die einzelnen Länder ihre politische Agenda weitgehend selber bestimmen können. Es gibt keine Patentlösung für die Probleme im Bereich Handel und Entwicklung. Die Bedürfnisse jedes einzelnen Entwicklungslandes müssen sorgfältig abgewogen und die politischen Maßnahmen auf dessen jeweilige Schwächen bzw. Stärken zugeschnitten werden.

Mit ihrer Handelspolitik versucht die EU sicherzustellen, dass Entwicklungsländer von der Öffnung ihrer eigenen Märkte und dem freien Zugang zur globalen Wirtschaft profitieren können. Eine zunehmende Öffnung gegenüber dem Handel gehört für die EU zu einer Entwicklungsstrategie, die schon heute mehrere hundert Millionen Menschen in den Entwicklungsländern aus der Armut geführt hat und künftig noch führen wird.

Lesen Sie die Eröffnungsrede (EN)

Weitere Informationen :
- APS der EU (EN)
- Konferenz „EU Trade Policy towards Developing Countries“ (EN)