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Countries and regions Brüssel, 23. April 2010

EU-Handelskommissar Karel De Gucht reist nach Peking und Tokyo

Dieser Text handelt von vergangenen Ereignissen und wird nicht mehr aktualisiert.

Der EU-Kommissar für Handel, Karel De Gucht, wird vom 27. bis 30. April zu einem richtungweisenden Besuch nach China und Japan reisen. Angesichts der Größe und Bedeutung dieser beiden Volkswirtschaften möchte der Kommissar mit seinen Amtskollegen besprechen, wie die Export-Gelegenheiten in diesen Märkten am besten genutzt werden können.

„Ich sehe enorme Möglichkeiten für europäische Unternehmen in China und Japan“, so Kommissar De Gucht, „der Markzugang wird jedoch teilweise durch Vorschriften und Beschränkungen zum Schaden der Unternehmer und Verbraucher erschwert. Ich möchte daher in Zusammenarbeit mit beiden Ländern darauf hinwirken, dass diese Hemmnisse überwunden werden und wir eine fruchtbare und langfristige Partnerschaft zur Förderung des Wohlstandes aller Beteiligten aufbauen können."

Der Kommissar wird am 27. April in China mit hohen Regierungsvertretern zusammentreffen, insbesondere mit dem Handelsminister Chen Deming. Auf der Tagesordnung stehen dabei alle großen handelsrelevante Themen.

Während seines Besuchs in Japan am 28. April wird der Kommissar mit den Ministern für Wirtschaft, Industrie und Handel, Auswärtige Angelegenheiten und Landwirtschaft zusammentreffen. Außerdem werden Begegnungen mit Vertretern europäischer und japanischer Unternehmen stattfinden. Der Kommissar wird dabei die fortdauernden Bemühungen ansprechen, Hemmnisse im Handel mit Japan zu beseitigen und Möglichkeiten der Weiterentwicklung der gegenseitigen Handelsbeziehungen diskutieren.

Während des zweiten Teils seiner Reise nach China wird der Kommissar am 29. und 30. April Gelegenheit zu weiteren Treffen mit Vertretern der europäischen Wirtschaft haben und an einer hochrangigen Begegnung von Kommissionspräsident José Manuel Barroso mit dem chinesischen Premierminister Wen Jiabao zusammen mit sechs weiteren europäischen Kommissaren teilnehmen. Der Schwerpunkt liegt dabei bei der Entwicklung einer zukünftigen Agenda für die bilateralen Beziehungen, im Rahmen der neuen Regelungen unter dem Lissabon-Vertrag.


Hintergrund

China
Der Wert des bilateralen Warenhandels mit China belief sich im Jahr 2009 auf 296 Mrd. EUR, der des Handels mit Dienstleistungen im Jahr 2008 auf 35 Mrd. EUR.

China ist die erste große Volkswirtschaft, die ihren Weg aus der Krise gefunden hat, und befindet sich daher zum Anfang des Jahres 2010 in einer starken Position. China hat Deutschland als weltgrößte Exportnation abgelöst und wird 2010 voraussichtlich Japan als weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft überrunden.

China ist der am schnellsten wachsende Exportmarkt der EU. 2009 exportierte Europa Waren im Wert von 81,6 Mrd. EUR nach China, was einem Zuwachs von 4 % gegenüber 2008 entspricht. Zwischen 2005 und 2009 nahmen die EU-Ausfuhren nach China insgesamt um rund 60 % zu.

Chinas Handelsbilanzüberschuss mit Europa reduziert sich; betrug er 2008 noch 166 Mrd. EUR, so waren es 2009 nur noch 128 Mrd. EUR. In Zukunft wird vor allem Chinas großer Verbrauchermarkt enorme Möglichkeiten für europäische Exporte bieten.

Einer von der Europäischen Kommission finanzierten Studie aus dem Jahr 2007 zufolge gehen den europäischen Unternehmen durch Handelshemmnisse in China jedes Jahr Geschäftsmöglichkeiten im Wert von 21 Mrd. EUR verloren. Dies entspricht einem Viertel der derzeitigen EU-Ausfuhren nach China.

Japan
Der Wert des bilateralen Warenhandels mit Japan belief sich im Jahr 2009 auf 91,6 Mrd. EUR, der des Handels mit Dienstleistungen im Jahr 2008 auf 33 Mrd. EUR.

Japans Anteil am Handel der EU liegt bei knapp über 4 % und ist damit über die letzten fünf Jahre relativ gesehen leicht rückläufig. Dies liegt zumindest teilweise an neuen Handelspartnern wie China und Russland. Japan ist heute der sechstwichtigste Handelspartner der EU; die EU wiederum ist Japans drittwichtigster Handelspartner. Ausländische Direktinvestitionen sind in Japan mit 2 % des BIP weiterhin begrenzt.

Im Handel mit Japan verbuchte die EU im Jahr 2009 ein Handelsbilanzdefizit in Höhe von 19,5 Mrd. EUR. Dies erklärt sich teilweise durch eine Anzahl nicht tarifärer Handelshemmnisse (wie Normen, begrenzter Zugang zum Beschaffungsmarkt), die in Japan traditionell bestehen. Würden diese Hemmnisse beseitigt, könnten sich für europäische Exporteure einer neueren Studie von Copenhagen Economics zufolge Zuwächse im Wert von 29 Mrd. EUR ergeben. Auf dem letzten EU-Japan-Gipfeltreffen wurde beschlossen, einige dieser Hindernisse in Angriff zu nehmen und dabei konkrete Ergebnisse anzustreben. Die bisher erreichten Fortschritte werden Thema der diesem Gipfeltreffen vorangehenden bilateralen Gespräche sein.


Weitere Informationen
Zu den Handelsbeziehungen der EU mit China (EN)
Zu den Handelsbeziehungen der EU mit Japan (EN)
 
Bildergalerie : Peking