Version: 1.8.0.47 (2021-06-11 17:11)

Digitaler Handel

 

Der digitale Handel bezieht sich auf den Handel, der durch elektronische Technologien ermöglicht wird. Sie findet in allen Wirtschaftszweigen statt und ist für die europäische Industrie von großer Bedeutung.

Der weltweite Markt für den elektronischen Handel wächst weiter rasch. Weltweit wurden die Verkäufe im elektronischen Handel im Jahr 2019 auf 3.2 Billionen EUR geschätzt, wobei rund 1.5 Mrd. Menschen online einkaufen. Da die EU der weltweit größte Exporteur von Dienstleistungen ist, kann sie die Chancen des digitalen Handels in hohem Maße nutzen.

Der moderne Handel wird in hohem Maße durch digitale Technologien ermöglicht. Zum Beispiel

  • Banken sind in hohem Maße auf die internationale Datenübertragung angewiesen
  • Händler von Agrarrohstoffen verwenden elektronische Signaturen, um internationale Käufe abzuschließen.
  • Hersteller, Fracht- und Logistikunternehmen können dank elektronischer Datenübermittlungen die Leistung ihrer Maschinen und Fahrzeuge auf der ganzen Erde verfolgen und verbessern.

Softwarebezogene Dienstleistungen machen weltweit einen wachsenden Anteil an den Einnahmen der Unternehmen aus, und dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Beim „Internet der Dinge“ geht es darum, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich durch die Kombination von Sensoren und internetfähigen Geräten, großen Datensätzen und leistungsfähigen Rechenfähigkeiten ergeben.

Kleinere Unternehmen haben ihre Beteiligung an internationalen Handelsgeschäften erheblich erhöht, indem sie das Internet nutzen, um Kontakt zu Kunden und Lieferanten aufzunehmen, Informationen bereitzustellen, Bestellungen vorzunehmen und die Lieferung von Waren und Dienstleistungen zu erleichtern.

EU-Politik für den digitalen Handel

Die Bedeutung, die die EU dem digitalen Handel beimisst, spiegelt sich sowohl in ihren bilateralen Handelsverhandlungen als auch in der Welthandelsorganisation wider.

In bilateralen Verhandlungen strebt die EU horizontale Disziplinen an, die für das reibungslose Funktionieren des Online-Handels unerlässlich sind und allgemein für den Online-Handel mit Waren, Dienstleistungen, öffentlichen Aufträgen usw. gelten. Das übergeordnete Ziel besteht darin,

  • Gewährleistung von Berechenbarkeit und Rechtssicherheit für Unternehmen
  • Sicherstellung eines sicheren Online-Umfelds für die Verbraucher.
  • ungerechtfertigte Hindernisse beseitigen

In der Welthandelsorganisation sind über achtzig Mitglieder an Verhandlungen über den elektronischen Handel beteiligt. Die EU betrachtet diese Initiative als einzigartige Gelegenheit, seit langem überfällige handelspolitische Maßnahmen zu ergreifen, und zielt darauf ab, ein umfassendes und ehrgeiziges Regelwerk auszuhandeln, das sowohl den inländischen als auch den globalen elektronischen Handel fördert.

Online-Verkauf von Waren oder Dienstleistungen

Der Handel wird heutzutage durch Online-Plattformen für den elektronischen Handel erheblich erleichtert. Diese können entweder

  • individuelle Websites wie Online-Shops
  • Hosting-Plattformen wie Online-Marktplätze, auf denen ein Unternehmen eine Schnittstelle und in der Regel Back-Office-Software für verschiedene Verkäufer und Käufer anbietet

E-Commerce-Plattformen erleichtern den Handel, weil

  • Käufer und Verkäufer in verschiedenen Ländern können problemlos miteinander in Kontakt treten.
  • Verkäufer können für viele potenzielle Kunden werben und ihre Waren und Dienstleistungen anbieten.

Online-Marktplätze bieten den Kunden eine größere Auswahl, da sie Produkte oder Dienstleistungen verschiedener Anbieter suchen und vergleichen können.

Kunden können Endnutzer (natürliche Personen oder Firmen) oder Wiederverkäufer sein.

Wenn Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung über solche Online-Kanäle an Kunden auf Märkten außerhalb der EU verkaufen wollen, müssen die Ausfuhranforderungen wie für herkömmliche Vertriebskanäle überprüft werden.

Beim Verkauf kleiner Mengen an Endverbraucher ist es wichtig, sich über die De-minimis-Regeln zu informieren. Sie befreien häufig geringwertige Artikel von den Tarifen und haben nur minimale Formerfordernisse in Bezug auf den bürokratischen Aufwand.

Je nach Produkt oder Dienstleistung, die Sie verkaufen möchten, können zusätzliche Kontrollanforderungen bestehen. Beispielsweise müssen Sie Fragen zu folgenden Themen prüfen:

  • die online genutzten Zahlungsgateways
  • Datenschutzanforderungen in Ihrem Zielmarkt und grenzüberschreitende Datenübermittlung
  • wie ist die Lagerei und Logistik zu handhaben?
  • Verbraucherschutz und Produktsicherheitsvorschriften
  • Rechte des geistigen Eigentums
  • Mehrwertsteuervorschriften
  • Kosten für Post-/Kurierdienste usw.

Sie können sich an Handelskammern, Exportförderungsagenturen, Beratungsfirmen oder ähnliche Einrichtungen wenden, um bei diesem Prozess behilflich zu sein. Das Enterprise Europe Network bietet auch einen allgemeinen europäischen Markt, der Informationen über Überseemärkte enthält.

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